
Was für ein Jackpot! Beim Laufen am Nachmittag habe ich zufällig diesen wunderschönen Stamm voller Seitlinge am Wegesrand entdeckt und bin abends direkt nochmal hin, um mir ein paar davon mitzunehmen.

Erst dachte ich, es wären Lungenseitlinge, aber nach eingehender eigener Recherche und Rücksprache mit meiner lieben Pilzcoach-Ausbilderin stellte sich heraus, dass es Rillstielige Seitlinge sind. Die sind wohl gar nicht mal so häufig, ich habe kurz darauf jedoch in unmittelbarer Umgebung unseres Hauses noch weitere Stellen entdeckt.

Der Rillstielige Seitling ist ein ergiebiger Speisepilz, der von Frühjahr bis Spätherbst büschelig an totem Laubholz wächst. Die Lamellen gehen bis ganz runter zur Stielbasis und haben oft Queradern, sodass es am Stiel wie ein Netz aussieht. Der Pilz riecht für mich extrem parfümiert. Der oft beschriebene Anis-Geruch ist es für meine Nase nicht, aber zumindest werde ich diesen Duft nicht mehr vergessen.
Roh ist der Pilz blutzersetzend. Mit Butter, Zwiebeln, Salz und Pfeffer angebraten, ergibt er ein sehr leckeres Abendessen!

Verwechslungsgefahr besteht maximal mit anderen essbaren Seitlingen, wie z.B. Lungenseitling oder Austernseitling, der allerdings Kälte zum Wachsen braucht.
Oft wird auch vor der Verwechslung mit dem giftigen Ohrförmigen Seitling gewarnt, der aber dadurch erkennbar ist, dass er ohne Stiel (!) direkt am Substrat wächst.
