Jedes Jahr freue ich mich wahnsinnig, wenn ich den ersten Wunderlauch (Allium paradoxum) entdecke. Er ist eines der frühesten essbaren Wildkräuter und zeigt sich oft schon im Februar/März mit seinen grünen Spitzen, die das Laub des vergangenen Herbstes durchdringen und damit neues Leben ankündigen.

Der Wunderlauch wurde ursprünglich als Zierpflanze im Berliner Botanischen Garten eingeführt. Von dort ist er ausgebüxt und verwildert und wächst heute in vielen Berliner Parks und Wäldern massiv und flächendeckend.
Alles an dieser Pflanze ist essbar, von der Zwiebelwurzel über die Blätter bis zur Blüte. Sein Geschmack ist zart knoblauchig bis leicht zwiebelig und ich finde viel milder als sein Verwandter, der Bärlauch (Allium ursinum), der mit scharfer intensiver Knoblauchnote daherkommt.

Der Wunderlauch bildet nicht nur Samen, sondern auch Brutzwiebeln (Bulbillen) aus und vermehrt sich damit extrem schnell. Indem man in erntet und in der Küche nutzt, schadet man also der Natur nicht. Im Gegenteil, man hilft sogar dabei, die Ausbreitung zumindest ein klein wenig einzudämmen 😉

Eins der köstlichsten Fermente ist für mich Kimchi. Und natürlich musste ich es auch mit Wunderlauch probieren. Da ich auch noch wilden Schnittlauch gefunden hatte, habe ich den gleich mitverarbeitet, quasi als Frühlingszwiebel-Ersatz.
Ich hatte 300g Grünzeug (man kann es in mundgerechte Stücke schneiden, aber ich hab’s einfach lang gelassen) und habe dann eine Paste hergestellt aus:
– 1 EL Gochugaru (koreanisches Chilipulver)
– 1 daumengroßes Stück Ingwer gerieben
– 1 Knoblauchzehe gerieben
– 1 EL Sojasauce
– 1-2 EL Apfelsaft
Und die Paste gut in den Wunderlauch eingearbeitet:

Dann habe ich alles in mein Glas gesteckt und darauf geachtet, dass keine Luft zwischen den Blättern ist und alles mit der entstandenen Lake bedeckt ist. Am besten geht das mit einem Fermentationsgewicht. Da ich keins hatte, habe ich ersatzweise einen mini Plastik-Frischhaltebeutel mit Wasser gefüllt und fest verschlossen oben drauf gepackt.
Fermentiert hat das Ganze für 7 Tage, weil es noch ganz schön kalt war in unserer Küche.

