Fermentierte Wunderzwiebeln

Wenn der Wunderlauch (Allium paradoxum) in Blüte steht, werden für mich die Brutzwiebelchen interessant, die an der Spitze des Blütenstängels unterhalb der Blüte wachsen. Die Zwiebeln dienen der Vermehrung und fallen irgendwann ab, um neue Pflanzen zu bilden. Selbst wenn die Pflanzen im späten Frühling schon abgestorben sind, kannst du die in Massen auf dem verrottendem Material herumliegenden Zwiebelchen noch einsammeln und in der Küche vielseitig verwenden.

Gourmet-Restaurants bezahlen viel Geld für diese Köstlichkeit der Natur, denn es ist schon mühselig, die klitzekleinen Zwiebelchen zu sammeln und anschließend putzen und so für die weitere Verarbeitung vorzubereiten.

Eingelegt habe ich die Wunderzwiebeln in einer klassischen 3%igen Salzlake, zusammen mit einer getrockneten Chilischote, einer Knoblauchzehe und einem Teelöffel Koriandersamen. Für die Lake wiegst du die Zwiebeln UND das Wasser und errechnest vom Gesamtgewicht dann 2%.
Bsp.: 300g Wasser und 200g Brutzwiebeln ergeben zusammen 500g, davon 2% sind 10g Salz.

Nimm möglichst unjodiertes Salz ohne Rieselhilfen, da sonst die Milchsäurebakterien im Fermentationsprozess beeinträchtigt werden könnten.

Arbeite sauber (steril muss es aber nicht sein 🙂 und achte darauf, dass alles unter der Lake bleibt. Ich habe hier einige Blätter der Knoblauchsrauke genommen.
Nun musst du nur noch ca. 5-7 Tage warten und die Bakterien ihre Arbeit verrichten lassen. Sobald dir der Geschmack zusagt, stellst du das Glas in den Kühlschrank, damit die Fermentation gehemmt wird.

Die fermentierten Wunderzwiebeln eigenen sich perfekt als Topping auf Bowls und Salaten, als Crunch in cremigen Suppen oder auf Pizza und Flammkuchen. Auch Rührei oder Omeletts kannst du damit verfeinern.

Probiere es einmal aus und schreib mir gerne, wie es geklappt hat und ob das Ergebnis dich genauso überzeugt wie mich.

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